Der Saisonstart für Dauercamper und Wohnmobilbesitzer ist die Hochphase für Schadensmeldungen. Aber welche Schäden treten besonders häufig auf – und wie lassen sie sich vermeiden?
Feuchtigkeit und Schimmel – der Klassiker nach dem Winter
Viele Besitzer bemerken beim ersten Öffnen des Wohnmobils muffige Luft, Stockflecken oder feuchte Polster. Häufige Ursachen sind undichte Fensterdichtungen, Haarrisse im Dach oder Kondenswasserbildung durch unzureichende Belüftung während der Winterpause.
Feuchtigkeitsschäden sind eine der häufigsten, aber auch kompliziertesten Schadensarten. Versicherungen übernehmen sie nur, wenn ein konkretes, plötzliches Ereignis vorliegt – etwa ein Sturm oder ein geplatzter Schlauch. Langsam entstandene Feuchtigkeit durch unzureichende Pflege oder Abdichtung wird meist als „allmählicher Schaden“ eingestuft und ist nicht versichert. Unser Tipp für Kunden: Regelmäßige Dichtigkeitsprüfungen (oft vom Hersteller vorgeschrieben) sind Gold wert – und können im Schadensfall entscheidend sein.
Frostschäden an Wasserleitungen und Heizsystemen
Viele Besitzer eines solchen “Wohnsitzes im Grünen” vergessen im Herbst, das Wassersystem komplett zu entleeren. Die Folge: Risse in Leitungen, Pumpen oder dem Boiler. Besonders tückisch sind Schäden, die erst im Frühjahr sichtbar werden, wenn das System wieder unter Druck gesetzt wird. Frostschäden sind daher ein Dauerbrenner in der Schadenabwicklung. Zwar können diese beispielsweise in der Dauercamperversicherung versichert sein, jedoch nur, wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Wer also vergisst, das Wasser abzulassen, riskiert seinen Versicherungsschutz. Unser Tipp für Kunden: Vor dem Winter das gesamte Wassersystem entleeren, Ventile öffnen, Frostschutzmittel verwenden und gegebenenfalls das Fahrzeug frostfrei einlagern.
Schäden durch Marderbisse und Nagetiere
Marder und Mäuse nutzen die kalte Jahreszeit gern, um sich im Motorraum oder Innenraum gemütlich einzunisten. Die Folge sind zerkaute Kabel, beschädigte Dämmungen oder durchgebissene Schläuche – oft mit teuren Folgeschäden.
Die meisten Teilkaskoversicherungen decken Marderbiss-Schäden ab – allerdings nicht immer die Folgeschäden (z. B. Motorschäden durch auslaufende Flüssigkeiten). Viele Makler empfehlen daher, den Versicherungsschutz gezielt um „Marder- und Tierbiss-Folgeschäden“ zu erweitern. Unser Tipp für Kunden: Ultraschallabwehrgeräte oder engmaschige Gitter im Motorraum können vorbeugen.
Schäden durch Standzeiten: Reifen, Bremsen und Batterien
Nach Monaten des Stillstands kommt es oft zu platten Reifen, festgerosteten Bremsen oder entladenen Batterien. Diese Probleme werden häufig erst bei der ersten Ausfahrt entdeckt – und können schnell gefährlich werden. Diese Art von „Verschleißschäden“ sind in der Regel nicht versichert, da sie auf mangelnde Wartung oder lange Standzeiten zurückzuführen sind.
Interessant dürfte für Ihre Kunden als Dauercamper sein, dass die Grundrisiken wie Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel* und auch eine Grunddeckung aus Elementargefahren in der Dauercamper-Versicherung der Oberösterreichischen mitversichert sind.
Hagel- und Sturmschäden am Dach
Starke Winterstürme oder Hagel können Dachhauben, Solarpanels oder Antennen beschädigen. Oft bleibt der Schaden zunächst unbemerkt, bis Feuchtigkeit eindringt. Hier greift bei Wohnmobilen in der Regel die Teilkaskoversicherung, sofern ein nachweisbares Naturereignis vorliegt. Wichtig ist, den Schaden sofort zu dokumentieren (Fotos, Zeugen, Datum) und zeitnah zu melden. Bei Dauercampern sind – wie schon geschrieben – diese Schadenereignisse bei einer entsprechenden Versicherung weitgehend oder komplett gedeckt. Lassen Sie sich dazu von unserem Serviceteam die genauen Tarifdetails erläutern*.
Hier noch unser Tipp für Kunden: Vor der neuen Saison das Dach gründlich inspizieren – auch kleine Risse können später teure Folgen haben. Damit unser Fazit: Gute Vorbereitung schützt vor bösen Überraschungen.
Versicherungsmakler und Kunden sind sich einig: Die meisten Wohnmobil-Schäden nach dem Winter sind vermeidbar. Wer sein Fahrzeug sorgfältig einwintert, regelmäßig prüft und die richtige Versicherung hat, startet stressfrei in die neue Camper- oder Dauercamper-Saison.
Kleine Checkliste für Ihre Kunden als Dauercamper vor dem Frühjahrsstart:
- Dichtigkeitsprüfung durchführen
- Wasseranlage auf Frostschäden testen
- Batterie prüfen und laden
- Reifen und Bremsen inspizieren
- Marderabwehr anbringen
- Versicherungsschutz überprüfen und ggf. anpassen
So steht dem Start in die neue Saison nichts mehr im Wege – außer vielleicht die nächsten Reise- oder Stellplatzplanung ihrer Kunden. Dazu wünschen wir viel Erfolg.
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* Für diesen Blogbeitrag wurde eine allgemeinverständliche Darstellung genutzt, die die ausführlichen Regelungen der betreffenden Gesetze sowie Versicherungsbedingungen nicht ersetzt. Dementsprechend wird für die Ausführungen explizit keine Haftung übernommen.
